Göteborgs Symfoniker

Edelmut statt Muskel­spiel

von Walter Weidringer

7. Februar 2018

Ungewöhnlich sauber und detailverliebt durchleuchtet Kent Nagano mit den Göteborgern die Partitur von Strauss’ Heldenleben.

Seit 2013 ist neben seinen Tätig­keiten als Gene­ral­mu­sik­di­rektor in und Orches­ter­chef in Montréal auch Erster Gast­di­ri­gent der Göte­borger Sympho­niker, des schwe­di­schen Natio­nal­or­ches­ters. Unge­wöhn­lich sauber und detail­ver­liebt durch­leuchtet er hier mit den Göte­bor­gern die Partitur von Strauss’ Helden­leben, als wäre es große Kammer­musik, und erzielt dabei auch berü­ckend weiche Piano­k­länge. Nagano will keinen musi­ka­li­schen Super­hero-Block­buster mit neuesten Spezi­al­ef­fekten insze­nieren, sondern liebt eher den nüch­ternen, präzisen Zugriff: Was er am Monu­men­talen spart, inves­tiert er in Genau­ig­keit. Des Helden Walstatt klingt deshalb nicht wie ein Okto­ber­fest-Walkü­ren­ge­tümmel, sondern vergleichs­weise schlank und elas­tisch. Konzert­meis­terin Sara Trobäck verwan­delt sogar die Sottisen des großen Violin­solos noch in klang­volle Geschmei­dig­keit. Ganz ähnlich auch Naganos Absichten mit Tod und Verklä­rung: Noblesse am Ster­be­bett.