SOLO Karim Said

Klang­liche Korre­spon­denzen

von Alexander Rapp

7. Februar 2019

Der jordanische Pianist Karim Said bündelt auf seinem Album "Legacy" Alte und Neue Musik in eine homogene Interpretation, die jeweilige Besonderheiten der Stücke offenbar werden lässt.

Zwei Stücke von bilden den Rahmen für das unge­wöhn­liche Programm dieser Aufnahme, in dem sich engli­sche Kompo­nisten der Renais­sance neben Vertre­tern der Zweiten Wiener Schule wieder­finden. Die ersteren sind alle­samt Schüler oder Nach­folger Byrds; das andere Ende des Spek­trums bilden und sein Schüler . Für Karim Said steht im Zentrum dieser Verbin­dung Zweite Klavier­so­nate. Dieses Werk zeichnet sich durch diverse Verweise auf den Stil illus­trer Kollegen und Vorbilder aus. Es bildet damit das Programm dieses Albums im Kleinen ab und ist gleich­zeitig dessen Dreh- und Angel­punkt. So prägt die Sonate auch Saids Inter­pre­ta­tion der älteren und neueren Werke. Der jorda­ni­sche Pianist bündelt diese so unter­schied­li­chen Stücke in eine homo­gene Inter­pre­ta­tion, die Puristen der Alten oder Neuen Musik Tole­ranz abver­langt. Lässt man sich darauf ein, erkennt man intuitiv struk­tu­relle und klang­liche Korre­spon­denzen, und die Werke grup­pieren sich zu einer großen Suite. Saids Verdienst ist es auch, durch die kontras­tie­rende Anord­nung der Stücke deren jewei­lige Beson­der­heiten offenbar werden zu lassen.