La festa musicale

Expres­sive Klänge

von Walter Weidringer

15. November 2021

Wiederentdeckung! La festa musicale entreißt mit dem Cembalo-Spieler Lajos Rovatkay den Komponisten Gregor Joseph Werner dem Vergessen.

Wer kennt heute Gregor Joseph Werner? Über den Werde­gang des in Ybbs an der Donau gebo­renen Kompo­nisten kann man kaum mehr als Vermu­tungen anstellen: Mögli­cher­weise war er ein Schüler in den Stiften Seiten­stetten und und mag auch in bei Johann Joseph Fux in die Lehre gegangen sein.

Aus dem Album des Ensem­bles La festa musi­cale mit Kompo­si­tionen von Gregor Joseph Werner

Doch Lajos Rovatkay, der Diri­gent und Spiritus Rector dieser dankens­werten Aufnahme mit la festa musi­cale, iden­ti­fi­ziert ihn aus stilis­ti­schen Erwä­gungen ausdrück­lich als Schüler Antonio Caldaras. Jeden­falls war Werner fast 40 Jahre lang flei­ßiger Hofka­pell­meister des Fürsten Ester­házy – wo er 1761 einen jungen Vize zur Seite gestellt bekam, mit dem sich alsbald allerlei Span­nungen ergaben: . Was Werner vor allem für die Kirchen­musik bei Hofe geleistet hat, darüber gibt diese CD nun fundierten Aufschluss.

Neben ganzen sechs Verto­nungen des Salve Regina für Soli und Orchester, die bei aller Knapp­heit der Form mit expres­siven Klängen an der Schwelle zwischen Barock und Klassik stehen, erfreuen hier gleich­falls sechs Pastorelle: für die Feier der Heiligen Nacht in der intimen Schloss­ka­pelle kompo­nierte Concerti eigenen Rangs mit betont volks­tüm­li­chem Einschlag, wie ihn das Musi­zieren der Hirten auf dem Felde nahe­legt – Hack­brett und Orgel­soli inklu­sive.

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Weitere Informationen zum Ensemble la festa musicale: www.lafestamusicale.de

Fotos: Jérome Gerull