Lilit Grigoryan

Pianis­ti­sches Mobilé

von Jens Laurson

23. November 2021

Träumerische Klanglandschaften: Lilit Grigoryan erzählt auf dem Klavier die 28 Miniaturen „Música callada“ von Frederic Mompou,

Träu­me­ri­sche Klavier­land­schaften, locker-launisch und wehmuts­voll dahin­ge­pin­selt: Das ist, knapp skiz­ziert, die Samm­lung der Música callada von Frederic Mompou, Spaniens Antwort auf . Mompou an sich ist schon faszi­nie­rend: Drei war er, als Brahms starb. Und als Mompou starb, schalt Ronald Reagan gerade Michail Gorbat­schow, er solle „diese Mauer nieder­reißen“.

Trailer zum Album „Música callada“ von Lilit Grigo­ryan

Die Música callada ist das Herz­stück seines sich haupt­säch­lich mit dem Klavier befas­senden Schaf­fens. Wie ein Mobilé hängen diese 28 Minia­turen aus vier sich über 16 Kompo­nier­jahre span­nende Volu­mina über unseren Köpfen und drehen sich sanft um verschie­dene Achsen.

Disso­nanzen schlagen, selten, wie kleine Wellen an das Ufer der tonalen, nost­al­gi­schen, tief­grün­digen Beschau­lich­keit. Es gibt eine Aufnahme von Mompou selbst und gran­diose Einspie­lungen von Herbert Henck und Javier Perianes. Gefühl­voll soll es sein, aber um Gottes willen nicht kitschig. Lilit Grigo­ryan reiht sich mit dieser feinen Inter­pre­ta­tion bei den diesen Test bestehenden Aufnahmen weit oben ein.

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Ein Gespräch mit Lilit Grigoryan zum Anhören unter: CRESCENDO.DE