Pervez Mody legt den sechsten Teil seiner Gesamteinspielung der Klavierwerke von Alexander Skrjabin vor. 

Bei Alexander Skrjabin – der Person sowie seiner Musik – schwingt immer ein Faible fürs Dramatische mit. Und das schon von der Geburt an, die am (julianischen) Weihnachten stattfand. Eine Blutvergiftung zog den nur 43-jährigen 1915 ins frühe Grab. Alles in seiner Klaviermusik verlangt nach farbenreichem Spiel; von den Anfängen quasi-epigonalen Chopins via die mittlere, vage an Rachmaninoff erinnernde Phase, bis hin zu seinen proto-messiaenesquen Spätklängen. Im Spätwerk allerdings ist dies nicht nur hilfreich, sondern unentbehrlich. 

Feinfühlige Interpretationen

Pervez Modys Aufnahme, nominell der sechste Teil seiner Gesamteinspielung der Skrjabin’schen Klavierwerke, ist auch für sich stehend attraktiv, bietet sie doch ein ordentliches Spektrum von eben dieser großen Bandbreite in feinfühligen Interpretationen. Im Zentrum steht die Sechste Sonate (1911), die subtil-zurückhaltend erklingt, ohne dabei an die Farbenpracht (oder den präsenten Klang) von Håkon Austbø oder Varduhi Yeritsyan heranzukommen. In der Prélude op. 25/4 derweil zeichnet sich Mody nicht nur durch rundes, schönes Spiel aus, sondern zeigt gleichzeitig, wie zärtlich man am Klavier erzählen kann, ohne schlapp zu wirken.

„Pervez Mody plays Scriabin“ vol. 6 (Thorofon)