Peter Schreier, gewürdigt als Tenor, im Erinnerungsband von Matthias Herrmann

In den verschiedenen Evangelisten-Partien und schwierigen Tenorsoli der Kantaten, als Ferrando, Ottavio oder Tamino, mit Schubert oder Hugo Wolf: Allenthalben hat Peter Schreier Maßstäbe gesetzt. Müsste der oft und auch hier beschworene Dreiklang „Bach – Mozart – Lied“ im Leben des Tenors an Opernpartien wenigstens noch um Loge und Mime erweitert werden, wäre damit jedoch noch nicht das Schaffen des Dirigenten Peter Schreier angesprochen: In dieser Rolle ist es dem einstigen Kruzianer gelungen, aus der von Kindesbeinen an gesammelten Musiziererfahrung bis herauf zu den Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis einen eigenen Bach-Stil zu kreieren, der auf der Höhe der Zeit unbändige Expressionskraft entfesselte. 

Der vorliegende Band hätte eine schöne Festschrift zum 85. Geburtstag 2020 abgegeben, aber Schreiers Tod an Weihnachten 2019 hat das vereitelt. Desto dankbarer schmökert man in diesen „Begegnungen mit Peter Schreier“, die natürlich keine umfassende Biografie zeichnen, sondern ein Mosaik aus posthumen Erinnerungen und Würdigungen, zu Lebzeiten gehaltenen Laudationes, Trauerreden sowie breiter angelegten Essays darstellen – mit Beiträgen u.a. von Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Brigitte Fassbaender, Ludwig Güttler, András Schiff, Christian Thielemann, Heinz Zednik.

Matthias Herrmann (Hrsg.): „Begegnungen mit Peter Schreier“ (Sax Verlag)

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here