Aja von Loeper lässt mit ihren Weißen Blättern eine stille Musik entstehen, die berührt und erzählt. Als kenne sie ein Geheimnis…

Aja von Loeper
Aja von Loeper
(Foto: © Stefan Hippel)

Aja von Loeper hat sich ihre Zeit genommen. Die Zeit, die sie brauchte, um heute unter ihren Händen das Papier sprechen zu lassen. Der Anfang war eine innige Beziehung zu einer Birke. Ein Baum, der sie das Warten, aber auch das Entdecken gelehrt hat, die Kraft, aber auch die Schwäche, das Zuhören und das Verstehen, den Zweifel und die Erlösung, das Echte und die Lüge. Sie hat sich ihr genähert, von ihr entfernt. Ließ nichts weiter zu als das Weiß des Papiers und das Schwarz von Grafit.

Der Baum mag ihr eine Schule, eine Prüfung gewesen sein. Heute hat sich die Künstlerin frei gemacht und folgt dem Blatt, mit dem sie arbeitet. Das ihr zeigt, dass es einverstanden ist, den Dialog mit ihr einzugehen. Was entsteht, ist immer ein Stück Wahrheit. Aja von Loepers Wahrheit. Die sich still mitteilt. Und doch beredt genug ist, das Innerste zu berühren. Mag Weiß auch die Farbe der Unschuld sein. Sie ist zugleich die Reinheit des Moments, sich selbst zuzulassen. 

Aja von Loeper – digitale Vernissage

Für die CRESCENDO-Vernissage hat Aja von Loeper eine Auswahl ihrer „Weißen Blätter“ zusammengestellt. Die Hälfte vom Erlös des Verkaufs spendet sie der CRESCENDO Künstlernothilfe. Wir sagen Danke!

Termine im Atelier von Aja von Loeper können nach Absprache per Mail vereinbart werden: ajavonloeper@gmx.de

Stille Musik mit dem weißen Blatt Papier“ überschreibt die Künstlerin Aja von Loeper ihre Arbeit. Und so, wie sie viele Jahre fast nur Stücke von Frédéric Chopin auf dem Klavier spielte, setzte sich Leidenschaft, Hingabe und Beständigkeit fort: Obwohl sie an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg Freie Malerei wählte, studierte sie fast 16 Jahre lang künstlerisch die Struktur eines Birkenstammes. Ihr Werkzeug: ein Grafitstift und ein Blatt Papier.

Als „ihr“ Papier plötzlich nicht mehr hergestellt wurde, suchte sie lange nach einer neuen Ausdrucksform. Und wieder war es Chopin, der von Loeper die Richtung wies: Wie er ließ sie sich von Mallorca inspirieren und entdeckte dort zum ersten Mal, wie sich das weiße Blatt Papier durch intensives Reiben und Drücken mit ihrem selbst entwickelten Buchenkolben erheben lässt, wie es sich wölbt und Strukturen entstehen.

Blick auf die Bilder von Aja von Loeper
Aja von Loeper: „Mit jedem neuen weißen Blatt, das ich bearbeite, ist es, als würde da wirklich etwas vor mir wachsen.“
(Foto: © Paul de Boer)

Seither verfeinert sie diese Technik stetig weiter – sie hat verinnerlicht, was sie in 16 Jahren inmitten des Waldes gelernt hat: „Mit jedem neuen weißen Blatt, das ich bearbeite, ist es, als würde da wirklich etwas vor mir wachsen und an Substanz gewinnen – ohne Wasser oder Sonstiges hinzuzuführen. Nicht was, sondern wie ich mit Kolben und Papier arbeite, ist entscheidend. Vielleicht ist es also im Grunde weniger Bild als vielmehr stille Musik, die ich mit dem weißen Blatt Papier entstehen lasse.“ 

Ein Porträt Aja von Loepers von der Lyrikerin Nora Gomringer unter: CRESCENDO.DE
Weitere Informationen zur Künstlerin Aja von Loeper unter: www.ajavonloeper.de