Der italienische Musiker und Komponist Ennio Morricone ist tot. Er starb in der Nacht in einer Klinik in Rom, berichtete die Nachrichtenagentur ANSA am Montag unter Berufung auf den Freund und Anwalt der Familie, Giorgio Assumma. Der Künstler wurde 91 Jahre alt. Morricone habe „bis zuletzt volle Klarheit und große Würde bewahrt“, erklärte Assumma. Die Beerdigung werde im privaten Kreis stattfinden. Vor wenigen Tagen hatte der Musiker sich den Oberschenkelknochen gebrochen.

Ennio Morricone (1928-2020)

Ennio Morricone (1928–2020)

Der Tod Morricones „beraubt uns eines herausragenden und brillanten Künstlers“, erklärte Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella. „Wir werden uns immer mit unendlicher Dankbarkeit an das künstlerische Genie von Maestro Ennio Morricone erinnern“, schrieb Ministerpräsident Giuseppe Conte auf Twitter. „Wir verlieren einen großen Künstler, ein Genie der Musik, einen außergewöhnlichen Komponisten, der mit seinen unvergesslichen Soundtracks auch die Geschichte des Kinos geschrieben hat“, würdigte Kultur-Staatssekretärin Anna Laura Orrico.

Am 10. November 1928 in Rom geboren, galt Morricone mit mehr als 400 Film- und Fernseh-Soundtracks als einer der produktivsten Filmkomponisten der Welt. Berühmtheit erlangte er ab den 1960-er Jahren mit seiner Musik zu Italo-Western wie „Für eine Handvoll Dollar“ (1964) oder „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1968). Er vertonte unter anderem auch „Mission“ (1986), „Die Unbestechlichen“ (1987), „Cinema Paradiso (1988), „Bugsy“ (1991) und „Die Legende vom Ozeanpianisten“ (1998). Für den Soundtrack zu „The Hateful Eight“ (2015) erhielt er den „Oscar“. Bereits 2007 wurde er mit einem Ehren-„Oscar“ ausgezeichnet. Daneben schuf Morricone mehr als 100 absolute Werke wie Kammermusik, symphonische Stücke und Opern. Viele seiner Kompositionen hat er als Dirigent bei Konzerten in Europa, Asien und Amerika aufgeführt.

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