Heinz Peller

Lust­voll aufbe­reitet

von Klaus Kalchschmid

30. Dezember 2021

Heinz Peller erzählt das Leben des Geigenbauers Jakob Stainer im 17. Jahrhunderts als Kriminalgeschichte.

Mit 555 Seiten ein wahrer Schmöker ist dieser (musik-)historische Roman über einen bedeu­tenden, seiner­zeit hoch gehan­delten, heute fast verges­senen Geigen­bauer: (1619–1683). Zugleich fungiert er als span­nender Instru­men­ten­handel-Roman, der immer mehr zur Krimi­nal­ko­mödie wird mit herr­li­chem Show­down.

Jakob Stainer auf einer Radierung
Der Geigen­bauer Jakob Stainer auf einer Radie­rung aus dem 1881

Man kann die farbige, manchmal wilde Erzäh­lung des Lebens von Jakob Stainer zwischen seinem Heimat­dorf Absam in der Nähe von Hall in , und , wo er mutmaß­lich lernte und wirkte, für sich lesen und auch den modernen, rein fiktiven Krimi-Plot. Die Lese­zeit halbiert sich dann zwar, aber auch der Reiz. Er liegt gerade im Wechsel der Jahr­hun­derte und den vielen, hier wie dort überaus prallen Charak­teren und Schau­plätzen. Dass mit Klischees nicht gegeizt wird und einem die musi­ko­lo­gi­schen Fakten und Jahres­zahlen manchmal gera­dezu um die Ohren fliegen, ist frei­lich kein Manko, sondern lust­voll aufbe­rei­teter Mehr­wert. Denn nicht nur das Geheimnis um einen kleinen Zettel in „Stai­ners letzter Geige“ hat es in sich.