Peter Maus (1948-2022)

News | 20.06.2022

Deut­sche Oper Berlin trauert um Tenor Peter Maus

von Redaktion Nachrichten

20. Juni 2022

Die Deut­sche Oper Berlin trauert um ihr lang­jäh­riges Ensem­ble­mit­glied Peter Maus. Wie eine Spre­cherin am Montag unter Beru­fung auf die Familie mitteilte, ist der Tenor am vergan­genen Freitag nach kurzer, schwerer Krank­heit in Berlin gestorben. Er wurde 74 Jahre alt.

Peter Maus (1948-2022)

Peter Maus (1948–2022)

Der 1948 in Bayreuth gebo­rene Sänger war von 1974 bis 2013 Ensem­ble­mit­glied der Deut­schen Oper Berlin. Sein Debüt gab er 25-jährig in Verdis „Il trova­tore“. Seitdem verkör­perte er fast 100 Rollen in mehr als 70 Bühnen­werken. Darunter waren große Partien wie Belmonte in Mozarts „Die Entfüh­rung aus dem Serail“ oder Mime in Wagners „Rhein­gold“ und klei­nere wie der Narr in Mussorgskys „Boris Godunow“ und Monsieur Triquet in Tschai­kow­skys „Eugen Onegin“.

„Charak­te­ris­tisch für Maus« Zugang zum Gesang ist vor allem die Neugier, mit der er auf jede neue Partie zuging und sie sich zu eigen machte“, hieß es in dem Nachruf der Deut­schen Oper. Deshalb habe der Tenor über­durch­schnitt­lich viele Auftritte in Werken von zeit­ge­nös­si­schen Kompo­nisten absol­viert, etwa von Aribert Reimann, Bernd Alois Zimmer­mann oder Wolf­gang Rihm. Eine seiner letzten Partien an dem Haus war die Urauf­füh­rung der Kinder­oper „Ein Stück vom Himmel“ 2016.

2001 wurde Maus der Titel eines Berliner Kammer­sän­gers verliehen. Der Tenor war zudem ein gesuchter Lehrer, seit 1995 etwa als Hono­rar­pro­fessor an der Berliner Univer­sität der Künste.

Auch bei den Bayreu­ther Fest­spielen in seiner Geburts­stadt gastierte Maus von 1982 bis 2002 regel­mäßig. An der Deut­schen Oper Berlin trat er zuletzt im Dezember 2019 auf, in der Rolle des Hirten in Wagners „Tristan und Isolde“. Im April 2023 hätte er als Alcin­daro in Puccinis „La bohème“ zurück­kehren sollen.

„Peter Maus wurde von den Kollegen wie vom Publikum nicht nur geschätzt, er wurde von allen als ein kaum wegzu­den­kender Teil der Deut­schen Oper Berlin empfunden“, würdigte das Haus „einen prägenden Sänger­dar­steller und wunder­baren Kollegen“.

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Fotos: Archiv Deutsche Oper Berlin