Elina Kats-Chernin (Foto oben: © Bruria Hammer) hat einen bedeutsamen Kinderbuchklassiker veropert. Michael Endes Roman Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer ist eines der bekanntesten Kinderbücher der Nachkriegszeit. Dass es auch eine kritische Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Rassentheorie ist, wurde erst später erkannt. Die Historikerin Julia Voss entschlüsselte die zahlreichen Anspielungen in Endes Fantasiewelt wie die Tanzrehe oder die riesigen Schmetterlinge als Hinweise auf Charles Darwins Evolutionstheorie, aus der die Nationalsozialisten für ihre Rassentheorie schöpften. So war Jemmy Button, ein von der Insel Feuerland verschleppter Ureinwohner, der auch auf Darwins Forschungsschiff mitreiste, das Vorbild für den schwarzen Jim Knopf. Christian von Götz bringt die Oper mit Ivo Hentschel am Pult auf die Bühne. Jim Knopf wird von Georgina Melville gespielt, und Lukas ist Carsten Sabrowski. 

Weitere Aufführungen: 4., 9., 14., 17. und 30. November 2019 sowie 8., 9., 10., 11., 13., 16. und 26. Dezember 2019, 10., 24. und 27. Januar 2020 sowie 6. und 24. Februar 2020 Und Informationen: www.komischeoper.de

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit ihrer Promotion 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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