Robert HP Platz

Die Zerris­sen­heit der Welt

von Ruth Renée Reif

17. September 2021

Robert HP Platz feiert am 25. September 2021 in Köln seinen Geburtstag mit einem Konzerttag und der Aufführung seines Zyklus SONNENGESANG sowie neuer Werke.

„Meine Musik gäbe es nicht ohne Bach, Beet­hoven, Berlioz, Mahler, Varèse, Debussy, Ives, japa­ni­sche Musik, die Teeze­re­monie, die japa­ni­schen Gärten… nicht ohne Jean Paul, , , Arno Schmidt, … und auch nicht ohne Vermeer, Matisse, Picasso, Polke, Richter. Hockney“, erklärte Robert HP Platz einmal. Er zeigte damit nicht nur die Weite seines Hori­zonts, sondern auch den Anspruch, alles um ihn in seine Kompo­si­tionen einzu­be­ziehen.

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Trailer zu Robert HP Park und dem Hommage-Konzert in zu seinem 70. Geburtstag

Was er in seinem Schaffen anstrebt, ist die Abbil­dung des tatsäch­li­chen Lebens­ge­fühls, das eine Wirk­lich­keit erfahren lässt, die zerrissen ist und in der stets vieles gleich­zeitig geschieht. So entstehen seine form­po­ly­phonen Groß­werke. Zugrunde liegt ihnen eine holis­ti­sche Form­auf­fas­sung, in dem sich das Große im Kleinen wider­spie­gelt und in jedem Teil das Ganze.

Mit Heiner Müller
Robert HP Platz (rechts im Bild) mit dem Drama­tiker Heiner Müller 1984 in Köln
(Foto: © Brigitte Fried­rich)

Es beschäf­tigt ihn die Vorstel­lung einer Musik, die aus Musiken besteht. Einzelne Musik­stücke, die, einander Poly­phon über­la­gernd, gleich­zeitig aufge­führt werden. Den Ausgangs­punkt bildet CHLEB­NIKOV für Kammer­en­semble und Tonband, benannt nach dem futu­ris­ti­schen Dichter Welimir Chleb­nikow, in dem einzelne musi­ka­li­sche Schichten einander über­la­gern. In der Weiter­ent­wick­lung seiner Vorstel­lung entstand 199192 RELAIS (l’œil) ATILA round­ling. Es besteht aus vier Stücken, die zwar einzeln aufge­führt werden können, jedoch für eine gleich­zei­tige Auffüh­rung gedacht sind, bei der RELAIS als Verbin­dungs­stück dient.

Mit Iannis Xenakis
Robert HP Platz (rechts im Bild) mit 1990 in
(Foto: © Manfred Melzer)

Seinen 70. Geburtstag feiert Robert HP Platz am 25. September 2021 mit einem Konzerttag in der Kunst-Station Sankt Peter in Köln. Zur Auffüh­rung kommt sein Zyklus SONNEN­GE­SANG aus dem Jahr 2017 diri­giert von Roland Techet. Er besteht aus vier Teilen, die synchron im Raum verteilt zur Auffüh­rung kommen. Die Texte stammen von dem persi­schen Dichter Maulana-Dschel­al­ladin Rumi und dem aus Czer­no­witz stam­menden und beinahe verges­senen Dichter jiddi­scher Sprache Itzik Manger.

Robert HP Platz und der Flötist  Roberto Fabbriciani
Robert HP Platz (links im Bild) mit dem Flötisten Roberto Fabbri­ciani 2019 in
(Foto: © Luisella Botteon)

Eben­falls auf dem Programm stehen zwei neue Kompo­si­tionen von Robert HP Platz. Zudem haben als Hommage an Robert HP Platz die Kollegen , Philipp Maintz, Aydin Pfeiffer, Cong Wei und Franck Yezni­kian Werke kompo­niert, die zur Urauf­füh­rung kommen.

Zwei weitere Konzerte folgen am 9. Oktober 2021 in der Kirche Sankt Bern­hard in und am 10. Oktober 2021 in der Alten Synagoge in .

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Weitere Informationen zu Kompositionen und Konzerten von Robert HP Platz unter: www.rhpp.de

Fotos: Susanne Diesner