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Das Saarländische Staatstheater muss nach gut zwei Wochen in der Corona-Pandemie für das Publikum wieder schließen. „Ein Alptraum ist wahr geworden“, teilte das Haus am Freitag mit. Die „Bundes-Notbremse“ im geänderten Infektionsschutzgesetz zwinge das Theater zu diesem Schritt. Sie besagt, dass Kultureinrichtungen ab einer Inzidenz über 100 schließen müssen, was in den meisten saarländischen Landkreisen und im Regionalverband Saarbrücken der Fall ist.

Saarländisches Staatstheater

Saarländisches Staatstheater

Seit dem 8. April hat das Theater acht Premieren gezeigt, darunter die Deutsche Erstaufführung von Pascal Dusapins Oper „Macbeth Underworld“. Zu den Vorstellungen kamen mehr als 2.200 Besucher. Möglich machte das das „Saarland-Modell“ mit kontrollierten Öffnungen. Ab Samstag ist es damit zunächst vorbei.

Wir sind sehr enttäuscht, dass die Kultur im Rahmen der Änderung des Infektionsschutzgesetztes bei der Bundespolitik erneut einen solch katastrophalen Stellenwert einnimmt“, sagte der Generalintendant des Saarländischen Staatstheaters, Bodo Busse. Es werde nicht differenziert und alles über einen Kamm geschert, selbst Open Air sei nicht möglich. „Alle positiven Erfahrungen der deutschen Stadt‑, Staats- oder Privattheater mit ihren umfassenden Sicherheitsmaßnahmen und Hygienekonzepten intern hinter den Kulissen und für den Publikumsbetrieb wurden völlig außer Acht gelassen. Die einzelnen Modell-Projekte zeigten, dass Kultur in Pandemiezeiten möglich ist“, erklärte Busse.

Anfang Mai präsentiert das Haus auf seiner digitalen Bühne Aufzeichnungen von den Proben der Premieren. Neue Eröffnungsdaten werde man nun erst kommunizieren, wenn wirklich verlässliche Angaben darüber gemacht werden können, betonte die Theaterleitung.

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