Der 350. Todes­tag des Inns­bru­cker Hof­mu­si­kers Pie­tro Anto­nio Ces­ti gibt Anlass, an sein Werk zu erin­nern. Gebo­ren in Ita­li­en, trug er den vene­zia­ni­schen Opern­stil hin­aus in die Erb­lan­de der musik­lie­ben­den Habs­bur­ger. 1652 ließ er sich als Kapell­meis­ter von Erz­her­zog Fer­di­nand in Inns­bruck nie­der. 150 Opern schrieb er mit einer gro­ßen Leich­tig­keit und dem Geschmack sei­ner Zeit ent­spre­chend. Sei­ne berühm­tes­te Oper „La Dori overo lo schia­vo reg­gio“ (Doris oder die glück­haf­te leib­ei­ge­ne Die­ne­rin), eine Ver­klei­dungs­ko­mö­die zur Ver­herr­li­chung der Gat­ten­lie­be, steht auf dem Fest­wo­chen-Pro­gramm. Otta­vio Dan­to­ne lei­tet sein Ori­gi­nal­klang-Ensem­ble, die Acca­de­mia Bizan­ti­na. Ein Jubi­lä­um fei­ert auch der nach Ces­ti benann­te Gesangs­wett­be­werb. Vor zehn Jah­ren von Ales­san­dro De Mar­chi, dem Inten­dan­ten der Fest­spie­le, ins Leben geru­fen, ver­steht er sich als Forum für Sän­ger mit beson­de­rer Bega­bung für das Barock­opern­fach. So sind Teil­neh­mer des Wett­be­werbs immer wie­der in den Pro­gram­men der Fest­wo­chen zu fin­den. Eine Wie­der­ent­de­ckung stellt „Mer­o­pe“ von Ric­car­do Bro­schi, dem Bru­der des berühm­ten Kas­tra­tensän­gers Fari­nel­li, dar. Ales­san­dro De Mar­chi möch­te Bro­schi als Meis­ter der nea­po­li­ta­ni­schen Oper prä­sen­tie­ren, „der per­fek­te Ari­en für alle Stimm­fä­cher und Rol­len schrieb“. Er diri­giert dabei erst­mals das Inns­bru­cker Fest­wo­chen­or­ches­ter, das Spe­zia­lis­ten im his­to­risch infor­mier­ten Musi­zie­ren ver­eint. Regis­seu­rin Sig­rid T’Hooft, eine Spe­zia­lis­tin für his­to­ri­sche Insze­nie­rung, cho­reo­gra­fiert nach über­lie­fer­ten Tanz­bü­chern. 

www.altemusik.at

ANZEIGE



Vorheriger ArtikelMord auf offener Straße
Nächster ArtikelFrisch und klar
Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

Artikel kommentieren

Please enter your comment!
Please enter your name here