John Williams

Geniale Musik und lebens­lange Freund­schaft

von Ruth Renée Reif

29. Januar 2022

John Williams feiert seinen 90. Geburtstag. Aus diesem Anlass kommt am 8. Februar 2022 die Filmaufnahme seines Konzerts mit Anne-Sophie Mutter und den Wiener Philharmonikern ins Kino.

ist der bedeu­tendste Kompo­nist orches­traler Film­musik in Holly­wood. Zu über 150 Filmen schrieb er die Musik. Die Genia­lität seiner Arbeit besteht darin, mit seiner Musik für jeden einzelnen Film die ihm gemäße Atmo­sphäre zu schaffen. Auch jede Figur und jedes Film­ele­ment bedenkt er mit einem musi­ka­li­schen Leit­motiv. Fünf Oscars bekam er für die Film­mu­siken von Fiddler on the Roof (Anatevka), Jaws (Der weiße Hai), Star Wars (Krieg der Sterne), E.T. (E.T., der Außer­ir­di­sche) und Schindler’s List (Schind­lers Liste). Auch den Grammy, die Emmy Awards und die Golden Globes erhielt er mehr­fach.

Trailer zum Film Live in Vienna mit John Williams am Pult der

Von früher Jugend an kam John Williams mit dem Film in Berüh­rung, da sein Vater als Jazz-Schlag­zeuger im Film­or­chester von Holly­wood spielt. Er selbst begann seine Lauf­bahn als Pianist bei der Columbia Pictures Film­ge­sell­schaft, wo er in den Orches­tern der Film­kom­po­nisten Bernard Herr­mann, Alfred Newman und Franz Waxman spielte. Da enga­gierte ihn für seinen Film The Sugar­land Express. Damit begann eine lebens­lange Freund­schaft und eine konge­niale Arbeits­part­ner­schaft. Für nahezu alle Filme Spiel­bergs schrieb Williams die Musik.

John Williams und Steven Spielberg
Seit über 40 Jahren durch Freund­schaft und eine konge­niale Zusam­men­ar­beit verbunden: John Williams und Steven Spiel­berg
(Foto: © ORF / C Major Enter­tain­ment / John Salang­sang / BFA / REX / Shut­ter­stock)

Darüber hinaus kompo­nierte Williams, der neben Klavier auch Posaune, Trom­pete und Klari­nette spielt, Instru­men­tal­stücke und Solo­kon­zerte. Seinem Freund , mit dem er mehrere Schall­platten aufnahm, widmete er eine große Sinfonie. Für Barack Obamas Amts­ein­füh­rung schrieb er das Quar­tett Air and Simple Gifts.

Anne-Sophie Mutter und John Williams mit den Wiener Philharmonikern
und John Williams 2020 im Wiener Musik­verein
(Foto: © DG)

Anne-Sophie-Mutter, die von 2002 bis 2006 mit André Previn verhei­ratet war, brachte 2019 ein Album mit Film­musik von Williams heraus, die dieser für sie arran­giert hatte. John Williams verstehe es wie kein anderer, in den Körper der Hand­lungs­ge­schichte zu schlüpfen und sie in eine Emoti­ons­tiefe zu bringen, die das Auge so nicht erreiche, erläu­terte sie im CRESCENDO-Gespräch.

Anne-Sophie Mutter, John Williams und Daniel Froschauer
Bei der Vorbe­rei­tung des Konzerts in : John Williams mit Anne-Sophie Mutter und Daniel Froschauer, dem Ersten Geiger und Vorstand der Wiener Phil­har­mo­niker
(Foto: © Terry Linke)

Dem Album folgten Anne-Sophie Mutters erstes Open-Air-Konzert und schließ­lich am 18. und 19. Januar 2020 die beiden großen Konzerte im Wiener Musik­verein mit John Williams am Pult der Wiener Phil­har­mo­niker und Anne-Sophie Mutter als Solistin. Auf dem Programm standen u.a., arran­giert für Anne-Sophie Mutter, Hedwigs Thema aus den Harry-Potter-Filmen, Donny­brook Fair aus dem Western Far and Away (In einem fernen Land) und der Teufel­stanz aus der Horror­ko­mödie The Witches of East­wick (Die Hexen von East­wick). Mit stehenden Jubel­chören wurde John Williams im Musik­verein begrüßt, und die Begeisterung hielt an bis zur letzten Zugabe The Impe­rial March, dem Thema Darth Vaders, aus Star Wars. Zum 90. Geburtstag von John Williams am 8. Februar 2022 ist die Aufnahme dieses Konzerts, das auch auf DVD und Blu-ray Disc erhält­lich ist, auf großer Lein­wand in den Kinos zu sehen.

John Williams am Pult der Berliner Phil­har­mo­niker

John Williams: The Superman March, Ausschnitt aus dem von John Williams gelei­teten Konzert der

Da wollen die Berliner Phil­har­mo­niker natür­lich nicht zurück­stehen. Kurz vor seinem 90. Geburtstag diri­gierte John Williams erst­mals die Berliner Phil­har­mo­niker. Die Aufnahme des Konzerts mit Williams’ Film­kom­po­si­tionen ist in mehreren Ausgaben erschienen.

„The Berlin Concert“, Berliner Phil­har­mo­niker, John Williams (Deluxe-Edition mit zwei CDs, einer Blu-ray Disc und einer Blu-ray Audio Disc, )

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„The Berlin Concert“, Berliner Phil­har­mo­niker, John Williams (zwei CDs, Deut­sche Gram­mo­phon)

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„The Berlin Concert“, Berliner Phil­har­mo­niker, John Williams (zwei LPs, Deut­sche Gram­mo­phon)

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John Williams als Diri­gent des Boston Pops Orchestra

Von 1980 bis 1998 wirkte John Williams als Diri­gent des Boston Pops Orchestra. Das Orchester war 1885 als Ableger des gegründet worden, um beson­ders junges Publikum anzu­ziehen. Wurde Williams’ Beru­fung anfangs skep­tisch gesehen, so ernannte ihn das Orchester bei seinem Ausscheiden zum Ehren­di­ri­genten. Und 2009 diri­gierte Williams das Orchester bei der Film Night at Tangle­wood.

Die Sopranistin Jessye Norman und der Filmkomponist John Williams
und John Williams im Jahr 2006

Anläss­lich von John Williams’ 90. Geburtstag veröf­fent­licht Decca ein 21-CDs-Set. Es versam­melt die für Philips aufge­nom­menen Alben aus Williams’ erstem Jahr­zehnten an der Spitze des Orches­ters. Zudem enthält es eine Aufnahme mit Jessye Norman und John Williams am Klavier.

John Williams and the Boston Pops Orchestra: „Complete Philips Record­ings” (Decca)

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Die Deutsche Grammophon nahm das Konzert von Anne-Sophie Mutter und John Williams mit den Wiener Philharmonikern im Wiener Musikverein auch im 3D-Surroundverfahren Dolby Atmos auf. Erfahren Sie mehr über die Aufnahme und das neue technische Verfahren unter: CRESCENDO.DE

Weitere Informationen zu dem Film Live in Vienna mit John Williams am Pult der Wiener Philharmoniker, der am 8. Februar 2022 in den Kinos zu sehen ist, unter: www.johnwilliamsimkino.de

Fotos: Stephan Rabold