Das Orchesterfestival in Grafenegg findet in diesem Sommer in abgewandelter Form statt. Wegen der Corona-Pandemie wird das Programm von vier österreichischen Klangkörpern getragen: den Wiener Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien und dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich. Das Festival „auf vollkommen neue Beine zu stellen – mit entsprechendem Sicherheitskonzept – war eine schwierige Entscheidung“, sagte der künstlerische Leiter Rudolf Buchbinder am Mittwoch in Wien.

PK Grafenegg Festival

PK Grafenegg Festival

Ich freue mich, dass Grafenegg als erstes Festival in Österreich alle Ressourcen gebündelt hat, um diese Kraftanstrengung im Dienste der Musik möglich zu machen“, erklärte der Pianist, der selbst an fünf Abenden zu erleben sein wird. „Für uns war es wichtig, die Kunst als Grundbedürfnis der Menschen gerade in Zeiten wie diesen zu behaupten und dabei sicher zu gehen, dass wir kein Risiko für das Publikum eingehen“, fügte die Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, hinzu.

Mit seinem 32 Hektar großen Freigelände und der Open Air-Bühne Wolkenturm biete Grafenegg deutlich bessere Voraussetzungen für die Durchführung von Konzerten als andere Spielorte in Österreich. Außerdem wurde gemeinsam mit der MedUni Wien und der Landessanitätsdirektion NÖ ein Sicherheitskonzept erarbeitet, „das deutlich über die von der Regierung verordneten Maßnahmen hinausgeht“, betonte Geschäftsführer Philipp Stein.

Wie ursprünglich geplant, findet das 14. Grafenegg Festival vom 14. August bis 6. September 2020 statt. Die eigentliche Kapazität des Wolkenturms von insgesamt 2.100 Personen wird jedoch auf maximal 1.250 Personen beschränkt. Alle Konzerte finden ohne Pause statt. Auf das übliche Rahmenprogramm wird verzichtet. Der Fernsehsender ORF III will an jedem Wochenende ein Konzert übertragen.

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Eröffnet wird das Festival mit der Uraufführung von Konstantía Gourzís Trompetenkonzert „Ypsilon, A Poem for Trumpet and Orchestra in five scenes“. Am Pult des Tonkünstler-Orchesters steht die Komponistin selbst. Mit anderen Programmen bzw. neuen musikalischen Partnern präsentieren sich unter anderem Simon Höfele, Jonas Kaufmann, Camilla Nylund, Harriet Krijgh, Alice Sara Ott, Julian Rachlin, Arabella Steinbacher und Emmanuel Tjeknavorian. Neue Gäste sind Piotr Beczala, Anna Netrebko und Yusif Eyvazov. Als Dirigenten erwartet das Festival Gustavo Dudamel und Franz Welser-Möst (Wiener Philharmoniker), Manfred Honeck, Philippe Jordan und Speranza Scapucci (Wiener Symphoniker), Marin Alsop (RSO Wien) sowie Sascha Goetzel, Fabio Luisi und Yutaka Sado (Tonkünstler-Orchester).

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