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Unser Modell ist der Klang.“

Das Ensemble Modern und die Junge Deutsche Philharmonie bringen von 31. März bis 1. Mai 2020 Gérard Griseys Spektralmusik-Zyklus „Les espaces acoustiques“ in Berlin, Hamburg und Köln zur Aufführung.

Nehmen wir den Klang ernst, mahnte Gérard Grisey immer wieder. „Wir sind Musiker, unser Modell ist der Klang.“ Grisey gilt als Schöpfer der spektralen Musik. Er wollte „mit der ganzen Skala der Klänge zwischen dem sinusförmigen Klang und dem Weißen Rauschen“ Musik komponieren. So vertiefte er sich in den einzelnen Ton, analysierte dessen Obertonspektrum und übertrug es sodann auf das Zusammenspiel des gesamten Orchesters.

Ein eigentümliches, irritierendes Klanggebilde

Das Ensemble Modern und die Junge Deutsche Philharmonie bringen Gérard Griseys Spektralmusik-Zyklus „Les espaces acoustiques“ in Berlin, Hamburg und Köln zur Aufführung.

Die Junge Deutsche Philharmonie 

Aus der Verbindung und Überlagerung der vom Orchester gespielten Spektraltöne und dem jeweils eigenen Obertonspektrum der Instrumente entstand ein eigentümliches, irritierendes Klanggebilde. Im Rahmen ihres Jubiläumsfestes zum 40-jährigen Bestehen bringt das Ensemble Modern mit der Jungen Deutschen Philharmonie unter Sylvain Cambreling den sechsteiligen Zyklus Les espaces acoustiques zur Aufführung. Er gilt als Musterwerk der spektralen Musik.

Olivier Messiaen gewidmet

Über elf Jahre erstreckte sich sein Entstehungsprozess. Zunächst schuf Grisey den zweiten und dritten Satz, und allmählich tauchte in ihm die Vorstellung eines zyklischen Werks mit wachsender Besetzung auf. Als komplexeste Spektralkomposition kann der vierte Satz Modulations angesehen werden, den Grisey 1978 seinem Lehrer Olivier Messiaen zum 70. Geburtstag widmete.

Aufführungen: Berlin, Philharmonie, 31. März 2020
Hamburg, Elbphilharmonie, 29. April 2020
Köln, Philharmonie, 1. Mai 2020
Weitere Informationen dazu: www.ensemble-modern.com 

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Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Dr. Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Dr. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit ihrer Promotion 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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